Dienstag, 20. Oktober 2009

Ach, wer das doch könnte!




Gemäht sind schon die Felder, der Stoppelwind weht,



hoch droben in Lüften mein Drache nun steht,


die Rippen von Holze, der Leib von Papier;


Zwei Ohren, ein Schwänzlein sind all seine Zier.


Und ich denk: So drauf liegen im sonnigen Strahl-


Ach, wer das doch könnte, nur ein einziges Mal!




Da guckt´ich dem Storch in das Sommernest dort:


Guten Morgen Frau Storchen, geht die Reise bald fort ?


Ich blickt in die Häuser zum Schornstein hinein:


Papachen, Mamachen, wie seid ihr so klein!


Tief unter mir säh ich Fluß, Hügel und Tal-


Ach, wer das doch könnte, nur ein einziges Mal!




Und droben, gehoben auf schwindelnder Bahn,


da faßt ich die Wolken, die segelnden, an;


Ich ließ mich besuchen von Schwalben und Krähn


und könnte die Lerchen, die singenden , sehn,


Die Engelien belauscht ich im himmlischen Saal-


Ach, wer das doch könnte, nur ein einziges Mal!


von Viktor Blüthgen

Kommentare:

  1. Hallo Heidegeist,
    ein schönes Wunschgedicht...Einfach mal abheben mit dem Wind bis zu den Wolken. Und dann von Oben herunterschauen auf die Welt...
    Liebe Grüße in deinen Tag von Monré

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  2. Ja, Monré. Fliegen ist zwar nicht so mein Ding, aber das müßte ja so schöön sein, über den Wolken schweben und überall mal verweilen.....
    Auch Dir einen schönen Tag
    Liebe Grüße vom Heidegeist

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